Orchesterwart

Philippe Wdowicki

 

Ohne sie ginge gar nichts über die Bühne oder durch den Orchestergraben: Die Orchesterwarte schaffen die Voraussetzungen dafür, dass ein Konzert ablaufen kann wie es soll. Im Gespräch mit Roger Wahl und Philippe Wdowicki, den Orchesterwarten, war zu erfahren, dass diese Voraussetzungen keineswegs nur technischer Natur sind.
Im Bauch des Theaters sind Roger Wahl und Philippe Wdowicki zu Hause. Hier, im Labyrinth der Lagerräume, Probebühnen und Garderoben, ziehen sie akkurat die zuweilen kompliziert versponnenen Fäden, an denen der Konzert- und Opernbetrieb spielt. Ihre Berufsbezeichnung hat sich gewandelt: Aus den ehemaligen «Orchesterdienern» sind «Orchesterwarte» geworden; «an einer neuen Berufsbezeichnung wird gerade gebastelt», sagt Philippe Wdowicki, «womöglich ‚Stage Manager’.» Besonders wichtig scheint das den beiden nicht zu sein: «Natürlich dienen wir den Musikern und den Dirigenten», sagt Roger Wahl, «so betrachtet sind wir Orchesterdiener - aber das umfasst viel mehr, als man annehmen möchte.»

 

Dirigentenwünsche sind Befehle


Einerseits ist da der technische Aspekt der Arbeit: Orchesteraufstellungen werden, den Wünschen des jeweiligen Dirigenten und natürlich den Anforderungen der jeweiligen Partitur gemäss, geplant, aufgezeichnet und schliesslich auf dem Bühnenboden umgesetzt. Notenpulte werden gestellt, deren Beleuchtung verkabelt. Dabei muss auf die unterschiedlichen Bedürfnisse Rücksicht genommen werden: «Streicher brauchen Platz in der Breite», erläutert Philippe Wdowicki, der ursprünglich selber Violine studiert hat, «Bläser brauchen Platz nach vorn. Das muss alles stimmen, damit die Musikerinnen und Musiker sich wohlfühlen. Sogar die Höhe des Dirigentenpultes stellen wir ein.»

 

Vergnügliche  Pannen

Andere Pannen sind eher vergnüglich-etwa jene, als Roger Wahl eine Partitur erst ganz kurz vor dem Konzertbeginn bereitlegen konnte, weil der Dirigent sie bis zur letzten Sekunde studieren wollte. Das Publikum hielt den Orchesterwart für den Dirigenten und begrüsste ihn mit entsprechendem Applaus...

 

 



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